Auf Metalhenge und umzu
Nachlese zur Tagundnachtgleiche am 20.3.2026
Metalhenge war der ideale Ort, um den Sonnenuntergang zu erleben.
Foto: Margret Reder
Bei bestem Wetter war die Sonne fast bis zum Untergang zu sehen. Um sie durch das vorgesehene Loch in der West-Stele beobachten zu können, musste man dann doch etwas in die Knie gehen.
Margret Reder fotografierte den Fotografen
Und das Fotostativ von Jutta Meyer in der Mitte des Stelenkreises musste von der Norm- Augenhöhe (1,50 Meter) um rund 30 cm abgesenkt werden.
Drei Minuten vor dem berechneten Sonneuntergang um 18:37 Uhr verschwand die Sonne leider hinter einer schmalen Wolkenbank am Horizont.
Dafür grüßte zum Abschied noch der ganz junge Mond mit einem wunderbaren aschgrauen Licht.
Da es eine Warnung für Polarlichter gab, kamen Marlon Mehrstedt und Leif Lennart Schade vom Olbers-Planetarium in der Nacht noch einmal zum Stelenkreis – leider alles im Nebel.
Foto: Marlon Mehrstedt, Olbers-Planetarium
Tagundnachtgleiche am 20.3.2026 auf Metalhenge
In diesem Jahr überschreitet die Sonne um 15:46 Uhr den Himmelsäquator von Süd nach Nord, das ist der Zeitpunkt der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Dann geht die Sonne im Osten auf und im Westen unter.
Sonnenuntergang zur Tagundnachtgleiche im Loch in West-Stele
Auf Metalhenge geht die Sonne am 20.3.2026 um 06:27 Uhr hinter der Ost-Stele auf und um 18:37 Uhr hinter der West-Stele unter – genau in dem dafür vorgesehenen Loch. Somit kann man vom Mittelpunkt der Anlage – aus einer Augenhöhe von 1,50 Metern – den Untergang der Sonne zur Tagundnachtgleiche genau dort beobachten.
Ab 17:30 Uhr werden der Künstler Thomas Roth, der Astronom Dieter Vornholz und Mitarbeitende vom Olbers-Planetarium auf Metalhenge anwesend sein, um Fragen zu beantworten.
Weitere Informationen unter 0421 – 40 88 99 300
Der Mond verschluckt den Stern Regulus
Die meisten Beobachtenden werden diese Bedeckung so erleben, dass Regulus auf den Mond zufliegt und dann in dem verschatteten Teil des Mondes verschwindet. Immer scheint sich das Kleine relativ zum Großen zu bewegen. Das lehrt die Erfahrung, es fliegt ja die Fliege um die Kuh und nicht anders herum. Die Bedeckung dauert etwa eine Stunde.
Mehr Informationen hierzu im Auszug aus dem Newsletter vom Olbers-Planetarium für März 2026.
Ein guter Ort zur Beobachtung dieses Schauspiels ist sicherlich Metalhenge. Dort sind Mond und Regulus in knapp 40 Grad Höhe im Südosten – bei guten Wetter – perfekt zu sehen.
Monduntergang am 4.3.2026 im Loch in der West-Stele
Die Sonne geht – vom Zentrum aus gesehen – genau zweimal im Jahr genau im Loch der West-Stele unter. Der Mond ist etwa 10 mal so oft dort zu sehen, Termine und Mondphase siehe weiter unten.
Leider war der Horizont doch zu dunstig, so dass der Effekt nicht wie vorgesehen aus einer Augenhöhe von 1,50 Metern beobachtet werden konnte, wir haben da etwas nachgeholfen.
Kurz vor dem Monduntergang am 4.3. um 07:08 ging genau gegenüber die Sonne um 07:05 Uhr auf . Das ist auch logisch: Am 3.3.um 12:36 Uhr war Vollmond, deshalb geht am Folgetag der ganz leicht abnehmende Mond etwas später unter als die Sonne auf. Diese Vollmondposition war so perfekt, dass am 3.4. auch eine Mondfinsternis stattgefunden hat. Allerdings um 12:34 Uhr und damit in Europa unsichtbar.
Hier die Zeiten für die restliche Passagen in diesem Jahr. Die Farben bei den Mondphasen bedeuten:
orange: goldene Stunde, blau: blaue Stunde, hellblau: taghell, schwarz: Nacht
Am 19.1.2026 wieder Polarlichter über Metalhenge!
Foto: Florian Bertzbach, Polarlicht mit Startrails
20 Min 58 Aufnahmen Nikon D800 astromodifiziert,
Irix 15 mm 20s f2,4 ISO 400 Affinity Photo 2, Bearbeitung in LR
Foto: Petra Becker
Auch am 20.1.2026 waren noch Polarlichter zu sehen, hier der Blick von Metalhenge auf den Großen Wagen in den Polarlichtern.
Foto: Florian Bertzbach, Nikon D800 astromodifiziert, Irix 15 mm 20 s f 2,4 ISO 400. entzerrt in LR
(deshalb ist der Kleine Wagen so groß geworden)
Die folgenden Fotos: Marlon Mehrstedt, Olbers-Planetarium
Gegen 22:00 Uhr waren mit bloßem Auge tanzende weiße Polarlichter im Zenit zu sehen, später grüne und rote Lichter selbst im Süden.
Orion im grünen Licht über der Süd-Stele.
Auf Metalhenge ticken die Uhren anders
Auf Metalhenge war keine Sonnenuhr geplant, sie ist erst einige Jahre nach der Eröffnung „gesehen“ worden. Der Künstler Thomas Roth hat im Süden eine Doppelstele errichtet – damit ergibt sich ein Lichtzeiger zwischen den beiden Stelen.
Dieser Zeiger wandert im Laufe des Tages langsam von West nach Ost und um 12:00 Uhr wahrer Ortszeit zeigt er über die Marken Südpol, Mitte und Nordpol genau zur Nordstele. Die wahre Ortszeit oder Sonnenzeit weicht wegen der Zeitzone und der Zeitgleichung und eventuell der Sommerzeit von der bürgerlichen Zeit ab – wenn Sie mehr dazu wissen wollen, besuchen Sie uns im Olbers-Planetarium.
Im Laufe des Jahres ändert sich die Länge des Schattens von einem Minimum zur Sommersonnenwende bis zum Maximum zur Wintersonnenwende. Ein solches Messinstrument wird Meridian genannt.
Fotos: Dieter Vornholz, Archiv des Fachkreises Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie e.V. (www.gnomonica.de)
Es gibt es keine Markierungen für das Datum. Das liegt einerseits daran, dass, wie bereits gesagt, der Lichtzeiger nicht geplant war. Andererseits wären wegen der differentiellen Absenkung des Bodens im Stelenkreis die Markierungen auch quasi nicht „ortsfest“. Es handelt sich also um einen symbolischen Meridian, der nur qualitativ das Datum anzeigt.
Ein zweiter Meridian in Bremen ist die Sonnenuhr am Pfälzer Weg. Sie zeigt mit Hilfe von Findlingen, die in etwa in einem Halbkreis angeordnet sind, die Uhrzeit an. Zusätzlich liegen drei große Steine genau auf der Nord-Süd-Linie, dem Meridian. Mit ihnen können um 12:00 Uhr wahrer Ortszeit die Zeitpunkte von Sommersonnenwende, Tagnachtgleiche und Wintersonnenwende bestimmt werden, denn dann fällt der Schatten des „Kinderabweisers“, die blaue Scheibe am Stab, genau auf den entsprechenden Stein. Bei der Aufnahme ist es gegen 11:20 Uhr MESZ. Das Datum dürfte um den 21.6. herum liegen, denn der Schatten des „Kinderabweisers“ fällt auf den Stein für die Sommersonnenwende. Der Unfallschutz hatte eine Platte vorgeschrieben, um die Kinder daran zu hindern, an dem Stab emporzuklettern.
Dieter Vornholz, Archiv des Fachkreises Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie e.V. (www.gnomonica.de)
Der Fachkreis Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie e.V. (www.dg-chrono.de/fachkreis/sonnenuhren/) dokumentiert u.a. die Sonnenuhren in Deutschland und der Schweiz. Aktuell sind in Deutschland rund 16.000 und in der Schweiz rund 3.700 ortsfeste Sonnenuhren registriert.
Nachlese Wintersonnenwende
Der Besucherandrang zur Wintersonnenwende war wieder groß und entsprechend übervoll der Parkplatz. Der Künstler Thomas Roth und die Astronomen vom Olbers-Planetarium stellten wie üblich das Projekt Metalhenge vor.
Die Sonne versuchte sich ihren Weg zu dem Tor der Wintersonnenwende zu bahnen.
Aber sie schaffte das letzte Stück nicht mehr durch die Wolken, so dass Henri Röpke mit einem Strahler nachhelfen musste, um die Sonnenposition zu markieren.
Aber sie schaffe das letzte Stück nicht mehr durch die Wolken, so dass Henri Röpke mit einem Strahler nachhelfen musste, um die Sonnenposition zu markieren.
Sirus-Aufgang auf Metalhenge
Ab Mitte November ist Sirius-Zeit: Dann kann man den Aufgang von Sirus täglich vom Zentrum aus durch das Sirus-Tor über der Sirius-Stele beobachten.
Hier ein grober Überblick zu den Zeiten:
01.11.24:00 Uhr
01.12.22:00 Uhr
01.01.20:00 Uhr
01.02.18:00 Uhr
Danach ist es schon wieder zu hell, um Sirus mit bloßem Auge zu finden. Mit einem Fernglas oder fotografisch sollte es aber möglich sein.
Die tagesaktuellen Zeiten finden Sie hier.
Der Aufgang von Sirus verschiebt sich pro Monat um etwa zwei Stunden, also in 30 Tagen um 120 Minuten, das sind vier Minuten pro Tag. Sirus geht wie alle Sterne immer an derselben Stelle auf, aber jeden Tag etwa vier Minuten früher. Das liegt daran, dass die Erde nach Definition für einen Sonnentag 24 Stunden braucht, um wieder genau zur Sonne zu sehen. Dabei läuft sie jedoch auch um die Sonne herum und hat bereits nach 23 h 56 min 4,091 s eine volle Umdrehung um 360 Grad vollführt. Deshalb gehen alle Sterne nach 23 h 56 min 4,091 s wieder auf. Um wieder genau zur Sonne zu schauen, muss sich die Erde noch etwas weiterdrehen. Dazu benötigt sie die 3 min 55,909 s, also die rund vier Minuten.
Sirius am 20.1.2026, 17 Minuten auf dem Aufgang
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