Nahezu alle archäoastronomischen Stätten liegen nicht auf einem Berg, sondern in der Ebene. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wie Monte Albàn in Mexiko, einige griechische Tempel und die Pagode in Bagan (Myanmar). Metalhenge ist schon von Weitem sichtbar und ändert seine Erscheinung, je mehr man sich nähert.

Die Höhe des Aussichtspunktes Metalhenge beträgt 39,50 m. Hinzu kommen etwa 1,50 m Augenhöhe. Damit hat man – bis auf die Westrichtung, die von einem höheren Teil der Blocklanddeponie gekennzeichnet wird – einen guten Rundumblick.

Die Stelen aus recycelten Hafenspundwänden sind etwa zwischen 2,50 m und 4,00 m hoch. Sie sind auf einem Kreis mit 25 m Durchmesser angeordnet.


Die Koordinaten des Mittelpunktes lauten:
53°07´09.62326‘‘ Nord, 8°48´26.08718‘‘ Ost

Die Himmelsrichtungen sind etwas anders orientiert, als von vielen Bremer:innen erwartet. Die Ursache für das leicht gedrehte Raumempfinden liegt darin begründet, dass die gesamte Stadt Bremen, die Weser und die Autobahnen nicht genau in Ost-West-Richtung verlaufen. Das Zentrum von Bremen mit der Altstadt liegt ziemlich genau im Süden. 

Es liegt nahe, darüber nachzudenken, in welcher Richtung bekannte Städte und Metropolen liegen und wie weit sie von Bremen entfernt sind:

Entfernungen zu anderen Orten auf der Erde (erzeugt mit timeanddate.de)

Die Sichtweite zum Horizont, also die Kimmtiefe, beträgt 22,4 km. Das ist deutlich mehr, als die 4,7 km Sichtweite, die man hat, wenn man direkt am Boden steht.
Allerdings wird die Sichtweite oft durch die Trübung der Atmosphäre eingeschränkt:

  • außergewöhnlich klar: 280 km
  • sehr klar: 50 km
  • klar: 20 km
  • leicht diesig: 10 km
  • diesig: 4 km
  • starker Dunst, leichter Nebel: 2 km
  • mäßiger Nebel: 1 km
  • dichter Nebel, Starkregen: 100 m
  • extremer Nebel, Schneetreiben: 10 m

Bei klarer Sicht ist der Funkturm in Vollersode-Wallhöfen bei Hambergen mit einem Fernglas sichtbar. Der Turm liegt 22,8 km nördlich von Metalhenge (Azimut 10,7 Grad). Er ist    130 m hoch und die Plattform hat eine Breite von 33 m. Die Höhe entspricht einem Winkel von 0,3° = 20‘ (1′ = 1 Bogenminute = 60” = 60 Bogensekunden) und die Breite einem Winkel von 5‘. Zum Vergleich: Die Sonne hat einen Durchmesser von rund 30‘. Die Breite des Mastes beträgt nur 0,8‘ und ist damit mit bloßem Auge quasi unsichtbar.

Funkturm in Vollersode mit Sonnenvergleich

Funkturm in Vollersode mit Sonnenvergleich

Einige Visierlinien sind am besten aus einer Augenhöhe von etwa 1,50 m zu erkennen.  Geht man etwas in die Knie oder stellt man sich auf die Zehenspitzen, so verschiebt sich die Horizontlinie an den Stelen nach unten bzw. nach oben.

Was ist genau unter unseren Füßen? – Der Antipode von Bremen, also der Punkt, der sich exakt auf der gegenüberliegenden Seite der Erde befindet:

Der Antipode von Bremen liegt 1.500 km südöstlich von Neuseeland und 2.200 km nordöstlich der Antarktis in der Nähe der Chatham-Inseln – dem Ort der Erde, an dem am ersten Januar eines Jahres die Sonne zuerst aufgeht. Der Antipode liegt an einem ziemlich unwirtlichen Ort im stürmischen Südpazifik. Wie dort der Sternenhimmel aussieht, kann man in der Kunsthalle Bremen mit dem Kunstwerk von James Turrell (above – between – below) erleben.

Einige Objekte wie der Fallturm, die Altstadt, die neue Überseestadt und der Hafenbereich lassen sich mit bloßem Auge leicht erkennen. Für andere benötigt man ein Fernglas.

Bei den Panoramen sind die sichtbaren Landmarken markiert: Weyerberg, Fallturm, Aalto Hochhaus, Kraftwerk Hastedt, Weser-Stadion, Dom, Windkraftanlagen, Kraftwerke, Weser-Tower, Landmark-Tower etc. Die Gradzahlen geben das Azimut an, gemessen von Norden – 0°, Osten – 90°, Süden – 180° usw.

Metalhenge ist auch ein Modell unseres Sonnensystems im Maßstab 1 : 1 Milliarde – siehe Planetenweg. Die Bahnen der Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars verlaufen auf dem Gelände der Deponie. Die Symbole für ♃ Jupiter, ♄ Saturn, ⛢ Uranus und ♆ Neptun sind bei genauem Hinsehen auf den Panoramabildern zu finden.

Blick nach Osten, Richtung Universität mit ♄ – Symbol

Blick nach Osten, Osterholz-Tenever mit ♃ – Symbol

Blick nach Südosten, Neue Vahr

Blick nach Südosten, Hastedt

Blick zum Weser-Stadion

Blick nach Süden zum Dom mit ♆ -Symbol

Blick nach Süd-Südwest, Dom bis Bundeswehrhochhaus

Blick nach Süd-Südwest, St. Stephani bis Weser-Tower

Blick nach Südwesten, Waller Funkturm bis Überseestadt mit ⛢- Symbol

Blick nach Westen, Rolandmühle bis Landmark Tower

 

Schon in der Antike war bekannt, dass die Erde eine Kugel ist. Der Ausguck auf Schiffen, das Krähennest, war schon im Mittelalter als sinnvoll erkannt, da man aus der Höhe weiter sehen kann. Es lässt sich leicht berechnen, wie weit man aus einer bestimmten Höhe sehen kann. Diese Entfernung wird in der Seefahrt Kimmtiefe genannt.



Kann man zum Beispiel das Hotel Sail in Bremerhaven sehen? Wenn ja, wie viele Stockwerke?

Das Atlantic Hotel Sail City in Bremerhaven hat eine Gesamthöhe von 147 m und 23 Etagen (ohne Spitze 86 m). Es ist das höchste zugängliche Gebäude im Lande Bremen. Von der Aussichtsplattform des Hotels in 86 m Höhe kann man theoretisch 33 km weit sehen. Von Metalhenge kann man 23 km weit sehen. Die Entfernung MetalhengeHotel Sail beträgt 49,6 km. Also müsste das Hotel bei sehr klarem Wetter sichtbar sein, da 33 km + 23 km = 56 km. Leider liegt die Bremer Schweiz dazwischen.

Um das Hotel Sail von Metalhenge aus sehen zu können, müsste es auf über 200 Meter Höhe wachsen. Dann würde es über dem Bergrücken der Bremer Schweiz aufgehen. Trotzdem wäre es mit bloßem Auge nicht sichtbar. Da es nur eine Breite von etwa 50 Metern hat, würde es unter einem Sehwinkel von rund 0,06 Grad (3,5 Bogenminuten) erscheinen und ist damit in Horizontnähe unsichtbar.

Die Bremer Schweiz ist eine hügelige Geestlandschaft im Norden Bremens und im angrenzenden Landkreis Osterholz und stellt den westlichen Teil der Osterholzer Geest dar. Im Vergleich zum eher flachen Bremer Stadtgebiet und dem aus Marsch bzw. Moor bestehenden Bremer Umland erreicht die Bremer Schweiz Höhen über 30 m über dem Meeresspiegel.

In südostliche Richtung wird der Blick ebenfalls durch Berge eingeschränkt: Die Badener Berge.

Der höchste offizielle Punkt Badens und damit Achims ist der Schraderberg im Stadtwald mit rund 47 m über NHN. Eine ehemalige Mülldeponie im Nordosten Badens übertrifft dies mit ca. 52 m.

Noch höher ist der Funkberg mit 62 Metern. Mit bloßem Auge sind diese Erhebungen allerdings nicht zu erkennen.